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Rudi Carrell

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Dez 2019 19 16:13

Rudi Carrell

Rudi Carrell, bürgerlich Rudolf Wijbrand Kesselaar (* 19. Dezember 1934 in Alkmaar; † 7. Juli 2006 in Bremen), war ein niederländischer Showmaster, Sänger und Schauspieler. Der Sohn von André Carrell hatte im niederländischen und deutschen Fernsehen Shows, darunter eine der bekanntesten Unterhaltungsshows der 1970er Jahre im deutschen Fernsehen, Am laufenden Band. Er lebte ab 1965 mit Unterbrechungen in Deutschland.

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Rudi Carrell (1980), Foto: Fernando Pereira / Anefo, Lizenz: CC BY-SA 3.0 NL


Erster Auftritt

Den ersten Bühnenauftritt hatte Carrell am Tag vor seinem 14. Geburtstag. Bei einem Schulabend für Schüler, Eltern und interessierte Alkmaarer führte er als Conférencier durch das Programm. Es war ein so großer Erfolg, dass er alle weiteren Schulabende präsentieren durfte. Bei einer Aufführung von Het gulden Vlies (Das goldene Vlies) durch die Schultheatergruppe im Alkmaarer Theater 1949 wurde Carrells Spiel von der Lokalzeitung Alkmaarsche Courant mit „höchster Professionalität“ beschrieben. Darauf gestattete der Direktor des Theaters Carrell, alle Aufführungen kostenlos von einer hochgelegenen Balustrade aus zu verfolgen.

Parisbesuch
Mit 15 Jahren verließ Carrell die Schule, er arbeitete zunächst als Erntehelfer, um sich einen dreimonatigen Paris-Besuch leisten zu können, wo er vor allem die Passanten auf den Straßen beobachtete. Beeindruckt hatte ihn, wie im Lido eine einzige Dekoration variiert wurde, indem man eine Tanzfläche von oben hinzufügte oder einen Wasserfall ergänzte. Im Februar 1951 begann Carrell eine Lehre bei der Hoornschen Crédit- und Effektenbank in Alkmaar, die er nicht beendete.

Bei seinem Vater
Im November 1952 wechselte er zu seinem Vater und war für dessen Ensemble als Sekretär und Assistent tätig. Gelegentlich absolvierte er dabei schon kleine Auftritte.


Anfänge als Berufskünstler

Als Berufskünstler trat Carrell erstmals am 17. Oktober 1953 im Arnheimer Konzertsaal Musis Sacrum auf. Ursprünglich wurde André Carrell für eine Betriebsveranstaltung angefragt, der aber für den Tag schon gebucht war, und Rudi schlug am Telefon vor, er könne alles von seinem Vater auswendig und das Engagement übernehmen. André stimmte zu mit den Worten: „Na, dann mach mal“, woraufhin Rudi erstmals unter dem Namen Rudi Carrell auftrat. Es wurde ein so großer Erfolg, dass der Theaterkritiker seinen Ausführungen die Überschrift gab: „Rudi Carrells Kabarett amüsiert das Personal der Gemeindebetriebe“.

Der Erfolg veranlasste Carrell, umgehend ein eigenes Ensemble zu gründen, das er Rudi Carrell’s Cabaretgezelschap (Rudi Carrells Kabarettgesellschaft) nannte und mit dem er 1953 noch sechs Mal auftrat. Die ersten Kritiken bemängelten noch, dass das Programm sehr an André Carrell erinnere, aber im Laufe des Jahres 1954 gelang es Rudi, einen eigenen Stil zu finden. Wie alle Kleinkunstgruppen, so trat auch Rudi Carrell’s Cabaretgezelschap bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen auf. Carrell präsentierte überdies gerne Jazzveranstaltungen, da er selbst großer Jazzfan war. Im Jahr 1954 hatte Carrell bereits 37 Auftritte mit seiner Gruppe, 36 Auftritte mit seinem Vater, 27 Kindervorstellungen und drei Engagements im Radio.

Zum Radio kam Rudi Carrell durch die Vermittlung seines Vaters; der erste Auftritt fand im Sommer 1954 in Leeuwarden statt. Dort trat er beim Bonte Dinsdagavondtrein (Bunter Dienstagabendzug) auf, einer populären Unterhaltungssendung des Senders AVRO.

Carrell & Martron
Huub Matron (* 1923) war Teil eines bekannten Komikerduos, das sich aufgelöst hatte. So suchte er im August 1956 einen Partner, um die noch bestehenden Verträge erfüllen zu können, darunter ein Radio- und ein Fernsehauftritt. Carrell sagte sofort zu, da er die Chance sah, schnell bekannt zu werden. Die Zusammenarbeit funktionierte nicht, aber Radio und Fernsehen nahmen beide als Solokünstler. So stand Carrell am 29. September 1956 erstmals vor einer Fernsehkamera mit einer Solonummer als Fernsehdebütant. Die große Bekanntheit führte dazu, dass er mittlerweile die dreifache Gage verlangen konnte.

Krantenjongen
Zur Radiosaison 1956/57 erhielt Carrell von der AVRO einen Festvertrag für den Bonte Dinsdagavondtrein, mit seinen 21 Jahren als jüngster Künstler. Dort spielte er vier Jahre lang und über 200-mal den Krantenjongen (Zeitungsjunge), wobei er zu aktuellen Themen mit selbstgeschriebenen Texten und Liedern Gags machte. Dabei wurde er so bekannt, dass die Presse schon einmal vom Rudi „Krantenjongen“ Carrell sprach. Sein Versuch, mit einer eigenen Show ins Fernsehen der AVRO zu gelangen, scheiterte aber, seine eingereichten Konzepte fanden allesamt keine Beachtung. So blieb es bei gelegentlichen Auftritten und im Juni 1959 endete die Zusammenarbeit letztendlich.

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Rudi Carrell mit seinem Vater 1960, Bild: Henk Lindeboom / Anefo, Lizenzfrei


Wechsel zur VARA
Im Oktober 1959 startete Carrell mit einer eigenen Radioshow beim Sender VARA, die sich Week uit, week in (Woche aus, Woche ein – in Umkehrung der gebräuchlichen Redewendung) nannte. Dafür schrieb Carrell auch Musik, wobei er keine Noten lesen konnte und deswegen mit seinen Einfällen stets einen befreundeten Komponisten besuchen musste. Die Show war ein großer Erfolg, ein Fernsehengagement ließ dennoch auf sich warten.

Grand Prix Eurovision de la Chanson
Die Komponisten Willy van Hemert und Dick Schallies boten Carrell an, ihn mit ihrem Titel Wat een geluk (Was für ein Glück) für den Eurovision Song Contest 1960 vorzuschlagen. Die beiden hatten den letzten Siegertitel geschrieben. Die Vorauswahl übertrug die AVRO am 9. Februar 1960 live im Fernsehen. Jedes Lied wurde von zwei Interpreten gesungen, Carrells Titel auch von Annie Palmen, und Carrell durfte nach London zum Festival reisen. Die Teilnahme brachte ihm eine große Bekanntheit. Und nachdem er Zweitletzter wurde, machte er sich im Radio darüber lustig, was sehr gut ankam. Beides zusammen führte zu Fernsehangeboten von KRO und VARA.


Als Fernseh-Showmaster

Rudi Carrell Show
Carrell schlug Angebote des Senders KRO aus und blieb bei der VARA. Er bestritt eine einzelne Sendung mit seinem Vater André Carrell und bekam daraufhin eine eigene Sendereihe, die er ganz nach seinen Wünschen gestalten durfte. Diese Rudi Carrell Show geriet zu einem gigantischen Erfolg.





Silberne Rose von Montreux
In der Saison 1963/64 ließ Carrell seine Rudi Carrell Show pausieren, um beim Wettbewerb Rose d’Or teilzunehmen. Es handelte sich um die 40-minütige Sendung De Robinson Crusoë Show, welche mit der Silbernen Rose tatsächlich einen der drei Hauptpreise gewann. In Montreux lernte Carrell Mike Leckebusch von Radio Bremen kennen. Es kam zu einem Vertrag mit Radio Bremen über 9 Ausgaben einer deutschen Rudi Carrell Show, die von 1965 bis 1967 ausgestrahlt wurden. Nach einem einjährigen Intermezzo bei der VARA folgten weitere 18 Ausgaben.

Der goldene Schuß (nicht verwirklicht)
Nachdem sich das ZDF von Lou van Burg getrennt hatte, suchte man für die Show Der goldene Schuß einen neuen Moderator. Dabei ging es besonders um die prestigeträchtige nächste Ausgabe, die erste ZDF-Unterhaltungssendung in Farbe. Der Produzent Werner Schmid überredete Carrell bei einem abendlichen Trinkgelage zur Übernahme und informierte umgehend die Presse. Carrell hielt es schon am nächsten Morgen für einen großen Fehler und vermied beim anschließenden Senderbesuch, einen Vertrag zu unterschreiben. Er bat den Leiter seines niederländischen Senders, Jan de Troye, er solle etwas von einem – erfundenen – Exklusivvertrag berichten, und so lautete eine Zeitungsschlagzeile: „Holländisches Fernsehen verbietet Carrell die Übernahme vom Goldenen Schuß“. Rückblickend glaubte Carrell, dass diese Show seine Karriere in Deutschland „zu Grabe getragen hätte“.

Am laufenden Band
Von 1973 nach 1974 fand der Übergang von der Rudi Carrell Show zu Am laufenden Band statt, einer Spielshow mit Kandidaten, die nun 90 Minuten anstatt 60 Minuten Sendezeit hatte und mit riesigem Erfolg bis 1979 ausgestrahlt wurde. Mit der letzten Sendung setzte sich Carrell vorübergehend zur Ruhe. Im November 1980 erschien aber schon Rudi kan het niet laten, Liedjesprogramma im Programm der VARA. Es handelte sich um eine 40-minütige Sendung aus den Fundushallen des niederländischen Fernsehens, in der Carrell seine aktuellen Lieder sang, darunter Liebling, die Deutschen sterben aus in deutscher Sprache. Als Sketchpartner fungierten Ab Hofstee (1919–1985), der einen Lageristen spielte, und eine Schulklasse, die zur Besichtigung kam. Man zeichnete auch eine deutsche Version auf; sie lief am 1. Januar 1981 um 20:15 Uhr unter dem Titel: Rudi kann’s nicht lassen, Geschichten und Lieder mit Rudi Carrell.





Rudis Tagesshow
Im Herbst 1981 startete Rudis Tagesshow, eine 30-Minuten-Sendung, deren gigantischer Erfolg Carrell dazu bewog, erneut eine große Samstagabend-Show zu präsentieren. Rudis Tagesshow endete 1987 auf Carrells Wunsch hin, obwohl der Sender gerne eine weitere Staffel produziert hätte.





Die verflixte 7
Den Wiedereinstieg in die große Abendshow vollzog Carrell mit einer erfolglosen Generationsshow. Es folgte eine Staffel De 1, 2, 3 Show für eine Spendenaktion im niederländischen Fernsehen, deren immenser Erfolg zum deutschen Pendant Die verflixte Sieben führte. Es handelte sich um eine Spielshow, welche die Ideen von Am laufenden Band teilweise wieder aufgriff. Sie war in Deutschland ein großer, aber kein überwältigender Erfolg.





Herzblatt
Hatte Carrell bislang Rudis Tagesshow als kleinere Show neben der großen Samstagabend-Unterhaltung gemacht, so folgte nun die Verkuppelungsshow Herzblatt. Diese führte zu Einschaltzahlen, wie sie am Vorabend sonst unbekannt waren, so dass sie nach Carrells Ausstieg von anderen Moderatoren weitergeführt wurde. Ein Jahr nach dem Start von Herzblatt übernahm Carrell im Film Starke Zeiten die Rolle des Moderators eines ähnlichen Formats und veralberte die Kandidaten.





Die Rudi Carrell Show – Laß Dich überraschen
Mit der Rudi Carrell Show – Laß Dich überraschen, die meist nur als Überraschungsshow bezeichnet wurde, konnte Carrell wieder einen ebenso großen Erfolg erzielen wie mit Am laufenden Band. Zeitweise lagen die Zuschauerzahlen über jenen von Wetten, dass..?. Die Show endete aufgrund Carrells Engagement beim Privatsender RTL und war seine letzte Samstagabend-Show.





Rudis halbe Stunde
Ab 1989 präsentierte Rudi Carrell bei West 3 Geschichten, die hinter den Kulissen seiner Shows passierten, sowie kleine Reportagen über besondere Menschen.

Rudis Tiershow
Rudis Tiershow war eine kleinere Show für das Vorabendprogramm, die Radio Bremen von 1992 bis Oktober 1993 produzierte. Wegen des Weggangs zu RTL kam es nach zwei Jahren zu keiner weiteren Staffel mehr, obwohl der Sender gerne noch welche produziert hätte. In der Show ging es vorwiegend um Hunde, die unter Anleitung ihrer Halter Agility-artige Parcours bewältigen mussten. Sie hatte etwa 4 Mio. Zuschauer, was einen ausgezeichneten Wert darstellte.

Rudis Lacharchiv
Rudis Lacharchiv zeigte Darbietungen aus seinen alten Shows, die von Rudi Carrell angekündigt wurden, der sich dazu in einem Videoarchiv befand. Vor- und Abspann der Sendung zeigten umfallende Kunststoffbehälter für Videobänder. Die Sendung produzierte Radio Bremen von 1995 bis 1996.





Rudis Suchmaschine
Ab dem 6. Juni 2000 zeigte Das Erste dienstags um 21:05 Uhr Rudis Suchmaschine, in der Carrell Kuriositäten aus der Welt des Internets präsentierte. Dazu wurde ein prominenter Gast eingeladen, der seine bevorzugten Internet-Seiten vorstellte. Es kamen auch einige alte Sketche vor. Die Sendung zeichnete sich durch minimalen Aufwand aus und war ein so geringer Erfolg, dass nur 8 der 10 produzierten Folgen ausgestrahlt wurden.


Bei RTL

J. E. Entertainment
Carrell zeigte sich Ende der 1980er Jahre unzufrieden mit den Zuständen bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten, gleichzeitig wollte Helmut Thoma ihn für seinen Sender RTL gewinnen. So kam es im September 1991 zur Gründung von J. E. Entertainment in Köln. Carrell war an diesem Produktionsunternehmen mit 25 % beteiligt und brachte dort auch seine Ideen ein. Es handelte sich um einen deutschen Ableger der niederländischen Firma von Joop van den Ende, mit dem Carrell schon bei der Verflixten 7 zusammengearbeitet hatte. Carrell wollte zunächst im Hintergrund bleiben, aber man verkündete bereits zu Beginn, dass eine Carrell-Show geplant sei. Dies gefiel den Intendanten der ARD-Sender mit Ausnahme von Radio Bremen nicht. Sie verboten den gleichzeitigen Auftritt von Moderatoren bei einem Privatsender und im Ersten. Diese Regel wurde mit der Rückkehr Thomas Gottschalks zu Wetten, dass..? aufgehoben, zu diesem Zeitpunkt waren aber bereits sämtliche Carrell-Shows bei der ARD beendet. Carrell hatte an den Konzepten einiger Sendungen bei RTL mitgewirkt, darunter Wie bitte?! und Mini Playback Show.

1994 verließ Carrell das Unternehmen:
„Ich bin als Teilhaber ausgestiegen, weil ich die Kombination Produzent und Showmaster nicht richtig fand. Als ich eine Idee hatte für eine neue Show mit maximal sieben Folgen, wollte die Firma gleich noch zwanzig Folgen an den Sender verkaufen. Ich wollte nur noch Showmaster sein und bekam, nachdem ich die Firma zwei Jahre lang beraten hatte, für meinen Anteil das Hundertfache zurück. Das war das größte Geschäft meines Lebens.“
Rudi Carrell

Hätte Carrell aber noch bis zum Börsengang im Jahr 1996 gewartet, wäre er Multimillionär geworden. Sein Sohn sagte dazu rückblickend:
„Er wird sich in dem Moment, als er das erfahren hat, sicherlich geärgert haben, dass er seine Anteile zu früh verkauft hat. Aber später war das nie wieder ein Thema für ihn. Rudi trauert so etwas nicht lange nach, so ein Mensch ist er nicht. Es nützte ja auch nichts, Rudi wollte aussteigen, denn er war nicht einverstanden mit der Richtung, in die J E Entertainment sich entwickelte.“
Alexander Kesselaar

Die Post geht ab!
Im Privatfernsehen hatte Carrell noch eine große Spielshow. Die Post geht ab! war eine Neuauflage von Am laufenden Band, die sonntags im Abendprogramm lief. Die Show brachte enttäuschende Einschaltquoten, so dass es zu keiner zweiten Staffel mehr kam. Eigentlich war Die Post geht ab! nur als Überbrückung gedacht; Carrell wollte gerne eine Überraschungsshow präsentieren, bei RTL hatte man aber Linda de Mol für viel Geld exklusiv verpflichtet, so dass sie Vorrang hatte. Aus Rudis Plänen wurde dann nichts mehr.[8] Dabei hielt Carrell Linda de Mol ebenfalls für talentiert:
„Es gibt keine weiblichen Showmaster. Bis auf Linda de Mol, die ist sehr vielseitig.“

Rudi Carrell

Rudis Urlaubsshow
Der ausbleibende Erfolg von Die Post geht ab! veranlasste Fernsehkritiker, Carrells Karriereende vorherzusehen. Es gab sogar die Aussage:
„Man könnte meinen, er sei ausgewandert, so still ist es um ihn geworden.“
Jürgen von der Lippe

Carrell gab sich daraufhin große Mühe, eine erfolgreiche Show auf die Beine zu stellen. Da gerade Serien wie Das Traumschiff populär waren, die in Urlaubsregionen spielten, kam er auf die Idee, eine Show zum Thema Urlaub zu machen und begann im September 1993 mit den Vorbereitungen. Rudis Urlaubshow war eine kombinierte Spiel- und Infotainmentshow, in der Lustiges und Kurioses vorgeführt, aber auch Urlaubsinformationen vermittelt wurden. Bei den Sketchen im Studio spielten beispielsweise Jochen Busse, Hildegard Krekel, Götz Berger oder Katerina Jacob. Zudem gab es Einspielfilme, darunter welche mit dem Aktionskünstler Pascal Sauvage. Rudis Urlaubsshow lief sonntags von 19:10 Uhr bis 20:15 Uhr mit ordentlichem Erfolg. Dies gelang, weil Carrell alle Fehler vermied, die er bei Die Post geht ab! gemacht hatte. Rückblickend hielt er die damaligen Kulissen nämlich für ärmlich und die Kandidaten nicht sorgfältig genug ausgewählt. Ab dem 24. April 1994 liefen zunächst sieben Folgen, mit unregelmäßigen Abständen folgten bis 1996 weitere Staffeln.

Rudis Hundeshow
Rudis Hundeshow entsprach im Wesentlichen Rudis Tierschau bei Radio Bremen, es war ebenfalls eine Vorabendshow und zeigte alles rund um den Hund. Zum Team gehörte Gert Haucke, der ein großer Hundeliebhaber war. Die Show lief 1996 sonntags im Vorabendprogramm, wobei es bei einer Staffel blieb.

7 Tage, 7 Köpfe
Den größten Erfolg bei RTL hatte Carrell mit der satirischen Talkshow 7 Tage, 7 Köpfe:
„Das ist einfach Wahnsinn und wieder einer der größten Erfolge meines Lebens. Wir haben mehr Zuschauer als Harald Schmidt in einer Woche.“
Rudi Carrell

Carrell präsentierte die Show nicht selber, er gehörte lediglich bis 2002 zu den Stammgästen, danach hatte er nur noch gelegentliche Kurzauftritte. Er produzierte sie aber bis zu ihrem Ende im Jahr 2005 mit seinem eigens dafür gegründeten Unternehmen.





Schlager
Rudi Carrell trat auch als Schlagersänger in Erscheinung. Sein bekanntestes Werk wurde Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?, eine Coverversion von City of New Orleans, das 1975 erschien und in den folgenden Jahren bei jedem verregneten Sommer wieder zum Vorschein kam.





Der größte Hit wurde Goethe war gut von 1978, ebenfalls eine Coverversion, die genau wie ihre Vorlage Sweet Violets durch die das Lied durchziehenden frivolen Vexierreime auffällt.





Bekanntheit erlangten außerdem Du bist mein Hauptgewinn, das Lied zur ARD-Fernsehlotterie 1977, Der Herr gab allen Tieren ihren Namen und Mein Dorf, eine textnahe Übersetzung des in den Niederlanden populären Wim-Sonneveld-Klassikers Het dorp. Mit dem Ausstieg aus Am laufenden Band beendete Carrell auch seine Schlagerkarriere. Für Die Rudi Carrell Show – Laß Dich überraschen sang er später noch einmal das Titellied Laß Dich überraschen ein, das mit dem Erfolg der Show selbst sehr bekannt wurde.
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Re: Rudi Carrell

Er war ein großartiger Showmaster.
Er hat viel gutes getan und Menschen angenehm und mit viel Witz unterhalten. :daumenhoch:
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Norby
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Allen ist das Denken erlaubt,doch vielen bleibt es erspart

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Re: Rudi Carrell

Da bin ich voll Deiner Meinung. Kein Showmaster hat mich in den 80er und 90er mehr geprägt als Rudi. Heute wäre er 85 geworden.
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