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Fiat 128 (1969–1983)

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Jun 2020 17 16:53

Fiat 128 (1969–1983)

Der Fiat 128 ist ein Personenkraftwagen von Fiat, den der italienische Hersteller von Frühjahr 1969 bis Ende 1983 baute.





Der Fiat 128 löste den Fiat 1100 ab. Er wurde zusammen mit einem neuen Motor vollständig neu konstruiert und war das letzte Modell, das unter der Leitung von Dante Giacosa entwickelt wurde. Federführender Ingenieur war der von Ferrari zu Fiat gekommene Aurelio Lampredi. Mit Frontantrieb, quer eingebautem Frontmotor mit obenliegender Nockenwelle und einzeln aufgehängten Rädern war er damals das modernste Fahrzeug auf dem Markt.

Der Motor hatte einen Hubraum von 1116 cm³ und leistete 55 PS (40 kW) bei 6000/min, die obenliegende Nockenwelle wurde über einen Zahnriemen angetrieben und betätigte die parallel hängenden Ventile mit Tassenstößeln. Der Motor war mit nur 55 Millimetern Kolbenhub extrem kurzhubig konstruiert und entsprechend drehfreudig und spritzig. Die Ein- und Auslasskanäle lagen auf derselben Seite des Zylinderkopfs, der Motor war leicht nach vorn geneigt im Fahrzeug eingebaut. Die Räder waren vorne an MacPherson-Federbeinen und Querlenkern aufgehängt mit Zahnstangenlenkung, hinten an Dämpferbeinen und trapezförmigen Querlenkern mit einer an zwei Punkten gelagerten Querblattfeder, die so auch als Stabilisator wirkte. Das Fahrwerk des 128 war die Vorlage für viele weitere Fahrzeuge (Autobianchi A112, Fiat 127, Ritmo, Regata, Elba; Seat Ibiza, Yugo Koral und andere)

Fiat 128 (1).jpg
Bild: mot auto-journal 16/1976

Fiat 128 (2).jpg
Bild: mot auto-journal 16/1976

Fiat 128 (3).jpg
Bild: mot auto-journal 16/1976


Technik
Der 128 bot einige technische Lösungen, die es zusammen noch nicht in Großserienfahrzeugen gegeben hatte:
  • Er war ein Alltagsfahrzeug mit obenliegender Nockenwelle. Lampredi hatte eine neue Lösung für die Einstellung des Ventilspiels erdacht: Die Distanzplättchen zur Spieleinstellung lagen nicht mehr zwischen Tassenstößel und Ventilschaft, sondern wurden von oben in die Tassenstößel eingelegt. So brauchte man zur Spieleinstellung die Nockenwelle nicht mehr auszubauen, was die Wartungskosten reduzierte. Der Zylinderkopf war zweiteilig, ein unteres Gussteil trug den keilförmigen Brennraum, die Gaskanäle und die Ventile, ein separates Gehäuse die getunnelt ausgeführte Nockenwelle. Alle diese Konstruktionsmerkmale hatte Lampredi aus seinem DOHC-Vierzylinder der damaligen Fiat 124/125 und dem ebenfalls von Lampredi konstruierten V6-Motor des Fiat 130 übernommen.
  • Die Riemenspannung des Zahnriemens zum Antrieb der Nockenwelle ließ sich mit einer Spannrolle schnell und kostengünstig einstellen. Bei dem ersten Motor mit Zahnriemen, dem des Glas 1004, musste zur Riemenspannung der Zylinderkopf zerlegt und Distanzplatten eingelegt werden.
  • Der quer eingebaute Motor saß in einer Flucht mit dem Getriebe, wie es sich inzwischen allgemein durchgesetzt hat. Das Konzept wurde schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt (DKW, Saab, Lloyd), aber nur für Zweizylindermotoren. Dante Giacosa erfand für die Autobianchi Primula (1964) ungleich lange Antriebswellen, so dass auch Vierzylindermotoren verwendet werden konnten, und übernahm sie im 128.
  • Die Einzelradaufhängungen mit Feder- und Dämpferbeinen ergaben eine gute Straßenlage bei hohem Komfort zu einer Zeit, als die meisten Konkurrenten entweder angetriebene hintere Starrachsen oder Pendelachsen hatten.
  • Der Wagen war ca. 3,85 m lang und bot einen im Verhältnis zu den Außenmaßen großen Innenraum. Seine Fahrleistungen übertrafen diejenigen seiner Konkurrenten wie VW Käfer, Opel Kadett oder Ford Escort. Dank seiner technischen Vorzüge und seines günstigen Preises waren die Verkaufserfolge in Deutschland zu Beginn der 1970er-Jahre gut. Allerdings galten die technisch fortschrittlichen Fiat-Modelle jener Zeit als rostanfällig.
Modelle
Den 128 gab es zunächst nur als zwei- und viertürige Stufenhecklimousine, Anfang 1970 folgte die Kombi-Version Familiare (ab 1976 Modellbezeichnung „Panorama“). In den 1970er-Jahren wurde die Produktpalette zügig erweitert: durch den 128 Rally mit 1290 cm³ und 67 PS (49 kW). Dabei ist die Entwicklung des hubraumgrößeren Motors den Erfordernissen des Motorsports zu verdanken. Fiat setzte von Anfang an den 128 im damals in Italien äußerst populären Rallye-Sport ein, wo er in der Klasse bis 1150 cm³ teilnahm. Um in der Klasse bis 1300 cm³ antreten zu können, musste der Hubraum vergrößert werden. Für die 128 Rally genannte Version wurde eine 1290 cm³ große Ausführung entwickelt, die im italienischen Motorsport äußerst erfolgreich war. Ab Herbst 1972 gab es das 128 Sport Coupé (Typ 128 LS, ohne Heckklappe) mit 1116 cm³ und 63 PS oder 1290 cm³ und 75 PS, ab Anfang 1975 ersetzt durch die 128 Berlinetta als Kombicoupé mit 1100 oder 1300 cm³ sowie den X1/9 als Roadster mit Mittelmotor, mit 1300 cm³ und 75 PS. Für einige Länder gab es ab 1976 noch einen niedriger verdichteten 1100-cm³-Motor (mit der Aufschrift: Benzina normale), der dann 45 PS leistete und sich mit Normalbenzin begnügte.

Fiat 128 (4).jpg
Bild: mot auto-journal 16/1976

Fiat 128 (5).jpg
Bild: mot auto-journal 16/1976

Fiat 128 (6).jpg
Bild: mot auto-journal 16/1976

Fiat 128 (7).jpg
Bild: mot auto-journal 16/1976


Modellpflege
Im Herbst 1972 wurde der 128 leicht überarbeitet. Der Chromrand um den Kühlergrill aus schwarzem Kunststoff entfiel. Außerdem bekamen die Stoßstangen schmale Gummileisten und die Stoßstangenhörner fielen weg.

Fiat_1300CL.jpg
Fiat 128 (1976–1983) Bild gemeinfrei


Eine weitere Überarbeitung im Frühjahr 1976 brachte neugestaltete Heckleuchten und Kunststoffverkleidungen anstelle des Chromzierats, auch an den Stoßfängern vorn und hinten. Im Innenraum wurde u. a. das Armaturenbrett erneut.

1280px-Fiat_128_rear_20080127.jpg
Bild: Rudolf Stricker, Lizenz: CC BY-SA 3.0


Im April 1978 wurde das Nachfolgemodell Fiat Ritmo vorgestellt. Auf Grund der anhaltenden Nachfrage wurde der Fiat 128 jedoch noch bis Ende 1983 parallel zum Ritmo weiter produziert.

Der 128 im Ausland
Zastava in Kragujevac, (Jugoslawien, später Serbien) baute eine Variante des Modells noch jahrzehntelang als Schräghecklimousine zuerst unter der Bezeichnung Zastava 101 und später als Zastava Skala. Ab den 1980er Jahren wurde auch die Stufenheckversion des Fiat 128 bei Zastava gefertigt. 2008 wurde die Produktion eingestellt. In Jugoslawien und Südafrika gab es den 128 auch in einer Pick-up-Version. In Sambia wurde der 128 bei Livingstone Motor Assemblers montiert.

In Argentinien wurde er zunächst als Fiat Europa und ab 1983 bis 1990 in einer stark modernisierten Variante als Fiat Súper Europa gebaut.

Eine Stufenheckversion des Modells rollte bis 2009 auch bei der El Nasr Automotive Manufacturing Company in Ägypten vom Band. Diese hatte ihn als Nasr 128 GLS 1300 vermarktet.
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Re: Fiat 128 (1969–1983)

Diese Dinger gab es in den 80er Jahren als Sonderposten bei den Gebrauchtwagenhändlern. Also noch 2 Monate TÜV und ohne Chance für die neue Plakette für 100,- DM oder bei den Kleinanzeigen in der Zeitung für 50,- DM oder aber per Privatkauf für einen Kasten Bier.
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Re: Fiat 128 (1969–1983)

Sammy-Jooo hat geschrieben:
Mi 17. Jun 2020, 18:31
Diese Dinger gab es in den 80er Jahren als Sonderposten bei den Gebrauchtwagenhändlern. Also noch 2 Monate TÜV und ohne Chance für die neue Plakette für 100,- DM oder bei den Kleinanzeigen in der Zeitung für 50,- DM oder aber per Privatkauf für einen Kasten Bier.
Ja richtig toll :daumenhoch: Mein erstes Auto hatte ohne Tüv 100 DM gekostet, als KFZ-Lehrling kein Problem gewesen ein paar Bleche drunter zu schweißen und zack über dem Tüv. Heute undenkbar sowas.
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Re: Fiat 128 (1969–1983)

Deswegen hiess der Verein hier auch "Technischer Überraschungs Verein"!
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Re: Fiat 128 (1969–1983)

mrgreen mrgreen mrgreen

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Sam Rothstein
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Re: Fiat 128 (1969–1983)

Ich bin fast sicher,Opa hatte mal einen.
Da war ich noch ganz klein oder nicht geboren.
Den 128 hatte er gekauft,weil der Borgward zu teuer war.
Gruß
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Re: Fiat 128 (1969–1983)

Meine Eltern hatten so einen 128er - die Panorama Version. Gebraucht gekauft ca. 1977 oder 1978 und mein Vater bezeichnete es stets als seinen mit Abstand schlechtesten Autokauf: Nach gerade mal gut einem Jahr war die Kiste am Unterboden "lebensgefährlich" durchgerostet. Da war nichts mehr zu machen. Aber angeblich fuhr sich der 128er dennoch durchaus angenehm und praktisch war er auch.
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