Opel GT (1968)

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Norby
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Opel GT (1968)

Beitrag: # 1181Beitrag Norby
Sa 10. Nov 2018, 14:16

Der Opel GT ist ein zweisitziges Coupé-Modell, das die Adam Opel AG von August 1968 bis Juli 1973 in 103.463 Exemplaren herstellte. Die Karosserie wurde von Erhard Schnell entworfen, der von 1952 bis 1992 als Gestalter bei Opel tätig war.




Die Vorgeschichte / Opel GT Experimental

Die Entwicklung des Opel GT begann im Winter 1963 mit der Fertigung von Designstudien aus Plastilin, und auf der IAA 1965 wurde ein Prototyp unter der Bezeichnung Opel GT Experimental gezeigt. Der Wagen sollte vorrangig als Image-Träger des General Motors (GM)-Konzerns dienen. Die mögliche Einführung eines GT-Sportwagens von Opel löste damals ebenso viel Erstaunen wie Begeisterung aus, denn ein Sportwagen entsprach nicht dem bis dahin biederen Markenimage des Rüsselsheimer Autoherstellers. Über die tatsächliche Verwirklichung ließ Opel allerdings lange nichts verlauten.
Opel GT (2).jpg
Anlässlich der Eröffnung des Test- und Entwicklungszentrums in Dudenhofen wurde vor den Augen der Auto-Presse ein Opel GT zur Probefahrt freigegeben. Danach wurde die Technik des Fahrzeugs festgelegt. Sie kam aus der Großserie: Bodengruppe, Fahrwerk sowie der 1,1-Liter-Motor wurden vom Kadett B übernommen; der 1,9-Liter-CIH-Motor stammte aus dem Opel Rekord C. Letzterer passte nur mit einer Ausstülpung der Motorhaube in das Auto. Wegen des geringen Platzes musste bei diesem Motor der Zylinderkopfdeckel im vorderen Bereich abgeschrägt werden.

Die Geschäftsleitung von Opel stand allerdings vor dem Problem, dass für das neue Fahrzeug keine Kapazitäten frei waren. Eine Kleinserie von 30.000 Stück pro Jahr, was etwa einem Zehntel der Kadett-Produktion entsprach, ließ sich nicht ohne Weiteres in eines der vorhandenen Werke einschieben. Deshalb wurde die Karosserie von Chausson in Gennevilliers (Frankreich) gefertigt, während Brissonneau & Lotz in Creil (Frankreich) Lackierung und Innenausstattung erledigte. Die fertigen Karosserien wurden ins Opel-Werk Bochum geliefert, wo sie Motor, Getriebe und Achsen erhielten. Für einige Aufregung sorgte der angepeilte Preis von 10.000 DM, der durch bewusste Indiskretion vorab bekannt wurde. Spätestens jetzt wurde der neue Opel GT auch in den USA wahrgenommen.



Design

Charakteristisch für das Modell waren die weit in das Dach hineingezogenen Türausschnitte, das sogenannte Coke-Bottle-Shape bzw. die entfernt an eine Coca-Cola-Flasche erinnernden Kotflügelschwünge und die Klappscheinwerfer. Die Form der Türen ermöglichte trotz der geringen Bauhöhe des Wagens von 1,23 Meter ein relativ bequemes Ein- und Aussteigen.
Opel GT (1).jpg
Die Klappscheinwerfer wurden mit einem am Mitteltunnel platzierten Hebel aus- und eingefahren. Zusätzlich hatte der GT unter dem vorderen Stoßfänger zwei kleine Scheinwerfer für Fernlicht und Lichthupe. Die ausgefahrenen Klappscheinwerfer beeinträchtigten die Windschlüpfigkeit der Karosserie und verringerten die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Wagens geringfügig.[2]

Der Opel GT war ein Zweisitzer ohne Kofferraum mit einer nur vom Wageninneren aus erreichbaren flachen Gepäckablage hinter den beiden Sitzen. Die vorklappbaren Sitzlehnen waren nach oben verlängert, um eventuell verrutschende Gepäckstücke aufzufangen.[2]

Fertigung des GT

Der Opel GT wurde anfangs in den Varianten Opel GT 1100 und Opel GT 1900 gebaut. Der 1100-cm³-Motor des GT 1100 entwickelt knapp 60 PS (44 kW), während der GT 1900 90 PS (66 kW) mobilisiert und eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h erreicht. Beim GT 1100 waren es lediglich 155 km/h. Der relativ unbeliebte GT 1100 wurde schon 1970 eingestellt. Stattdessen folgte der Opel GT/J (J steht für Junior), der ohne Cordsitze, Ausstellfenster, Zusatzinstrumente und verchromte Teile auskam und so deutlich preiswerter angeboten werden konnte. Er hatte auch weniger Anzeigen im Cockpit. Die richtige Bezeichnung für die 1900-cm³-Version war Opel GT A-L, wobei das A – entsprechend gewohnter Opel-Nomenklatur – für die erste Baureihe steht und das L für Luxus.
Opel GT (4).jpg
Mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion wurde in die USA verschifft, wo die GM-Tochter Buick unter Beibehaltung des Markennamens Opel die Vermarktung übernahm. Nachdem Opel zuvor mit dem Verkauf der in Europa sehr erfolgreichen Limousinen in den USA glücklos geblieben war, wurde der GT dort sehr bald als echter Sportwagen akzeptiert und verfügte über eine schnell wachsende Fan-Gemeinde. Dort galt der Opel GT als kleine Corvette („Baby-Corvette“), die vom selben Design-Team entworfen worden war. 1973 wurde die Produktion des Opel GT eingestellt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen waren nach dem Kauf der Automobilsparte von Brissonneau & Lotz durch die Société des Usines Chausson, die eng mit Renault zusammenarbeitete, die Lieferverträge für die OPEL GT-Karosserien wegen der Konkurrenz zum Renault Alpine A110 gekündigt worden, zum anderen traten in den USA neue Sicherheitsvorschriften in Kraft, die u. a. besondere Stoßfänger vorschrieben, die sich nur schwer mit der Form des GT in Einklang hätten bringen lassen. Es ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen unter GT-Liebhabern, ob GM die Produktion trotz des großen Erfolgs nicht weiterführte, weil der Opel GT der ebenfalls aus dem Hause GM stammenden Corvette Marktanteile in den USA streitig machte. Fest steht, dass der GT im GM-Heimatmarkt sehr beliebt war; tatsächliche Kannibalisierungseffekte können aber bezweifelt werden, da die Corvette deutlich leistungsstärker und teurer war.

Ein immer wieder diskutiertes Cabrio- bzw. ein Targa-Modell des Opel GT ging nicht in Serie. Ebenfalls kam es nicht zur Produktion eines direkten Nachfolgemodells, des „Opel GT 2“ bzw. „Opel GT 2+2“.




Gegenwart

Aufgrund der Oldtimer-Regelung in Deutschland gilt der Opel GT seit 1998 als historisches Fahrzeug und darf – mit einem Gutachten über den zeitgenössisch originalen Zustand – mit einem H-Kennzeichen gefahren werden. Dass der Opel GT eine große Baunähe zu anderen Opelmodellen hat, erleichtert Umbauten, für die sich 2,2-l- oder 2,4-l-Maschinen vom Opel Rekord oder Omega, Einspritzmotoren aus Manta oder Ascona und 5-Gang-Getriebe verschiedener Opel-Typen eignen.
Opel GT (3).jpg
In Deutschland gibt es viele GT-Clubs. Zum Großteil sind diese Mitglied im Dachverband der europäischen Opel-GT-Clubs (siehe Weblinks). Traditionell einmal im Jahr treffen sich Opel-GT-Freunde zum Eurotreffen zu Pfingsten. Die Veranstaltungsorte werden vom Dachverband an bewerbende Mitglieder vergeben.

Textquelle: Wiki - Fotos: © Achtziger-Forum
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Tina
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Re: Opel GT (1968)

Beitrag: # 1184Beitrag Tina
Sa 10. Nov 2018, 16:26

Tolles Auto ♥

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Norby
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Re: Opel GT (1968)

Beitrag: # 1186Beitrag Norby
Sa 10. Nov 2018, 16:34

Tina hat geschrieben:
Sa 10. Nov 2018, 16:26
Tolles Auto ♥
Ja, da gebe ich Dir völlig Recht. Eine Form, eine Linie die man heute verzweifelt sucht. :'

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Sam Rothstein
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Re: Opel GT (1968)

Beitrag: # 1189Beitrag Sam Rothstein
Sa 10. Nov 2018, 21:44

Schönes und zeitloses Fahrzeug.
:daumenhoch:

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Re: Opel GT (1968)

Beitrag: # 2548Beitrag Norby
Mi 13. Mär 2019, 16:22

Facebook-User Theo Bellen hat mir seine Fotos von seinen zwei ehemaligen Opel GTs zur Verfügung gestellt. Wahnsinns tolle Fotos!! :daumenhoch: Heute fährt er eine 1973er Corvette. Dazu komme ich später noch :suess:

Opel GT von Theo Bellen (1).jpg
Opel GT von Theo Bellen (2).jpg
Opel GT von Theo Bellen (3).jpg
Opel GT von Theo Bellen (4).jpg
Opel GT von Theo Bellen (5).jpg
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