Die Renaissance der Sofortbild-Fotografie

Die Renaissance der Sofortbild-Fotografie

1972 galt als Sternstunde der Polaroid-Kamera. Nach dem Drücken des Auslösers mussten nur 90 Sekunden gewartet werden, bevor der Schnappschuss entwickelt war. Was damals schon Kult war, hat jedoch eine lange Vorgeschichte und feiert heute ein großes Comeback.

Ein Klick, ein kurzes Warten und das Bild war entwickelt. Polaroid landetet mit der Erfindung von Sofortbild-Kameras einen großen Erfolg, der schnell zum Kult wurde. Nachdem die Firma im Jahr 2008 Insolvenz anmeldete, erfuhr die Polaroid-Kamera eine Renaissance. Heute kann auch die Firma Polaroid mit neuen Modellen wieder von sich überzeugen.

Polaroid und die Anfänge der Sofortbild-Fotografie

Die Erfolgsgeschichte begann mit dem Patent, das Physiker Edwin Herbert Land im Jahr 1933 für seine innovativen Polarisationsfolien anmeldete. Mithilfe dieser Polarisationsfilter baut Land seine Firma mit dem passenden Namen Polaroid auf, die hauptsächlich als Hersteller von Sonnen- und Skibrillen, aber auch mit der Herstellung früher 3D-Brillen bekannt wird. Am 21. Februar 1947 begeistert Land schließlich das Publikum der Optical Society of America mit der Vorstellung der "Land Camera", der ersten Sofortbildkamera. Im Jahr darauf lassen sich die ersten Polaroid-Kameras in Boston erwerben. Polaroid wird somit zum Vorbild und Synonym für die zukünftige Sofortbild-Fotografie. In den 70er-Jahren wird die Kamera schließlich zum Kult. Das neue SX-70 Modell spuckt innerhalb von wenigen Sekunden einen fertig entwickelten Schnappschuss aus, an dem sich Fotografen erfreuen können.

Produktionsende von Polaroid und das Impossible Project

Der Erfolg von Lands Unternehmen währte jedoch nicht lange. In den 1990er-Jahren verloren die Sofortbild-Kameras an Beliebtheit. Grund dafür war die zunehmende Entwicklung der digitalen Fotografien. Bilder konnten ohne großen Aufwand geschossen, digital angesehen und multipliziert werden. Schnell waren Polaroid-Apparate und die dazugehörigen Filme nicht mehr gefragt. Im Februar 2008 stellte Polaroid schließlich die Produktion ein. Doch ein harter Kern von Mitarbeitern wollte das Ende hinauszögern und rief das Impossible Project ins Leben. Das Unternehmen wollte Polaroids vor dem Aussterben bewahren und übernahm daher das niederländische Werk Enschede. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang Impossible das Unmögliche: Es wurden neue Sofortbildfilme hergestellt und alte Polaroid-Apparate repariert, sodass der Zauber des Filmmaterials nicht verloren ging.

Polaroid-Kameras werden zum Sammlerstück und Kultobjekt

Allein dank den Bemühungen des Project Impossible erfuhr die Sofortbild-Kamera neue Beliebtheit. Nostalgische Sammler verschrieben sich den traditionellen Kameras. In letzter Zeit entstand schließlich ein neuer Hype um die Sofortbild-Fotografie. Trotz Smartphones und digitalen Kameras steht der einzigartige Look der Polaroid-Bilder erneut im Rampenlicht. Dies ist nicht zuletzt der guten Stellung in der Fotokunst zu verdanken. Bereits Andy Warhol und Stefanie Schneider erkannten die einzigartige Ästhetik des Sofortbildes. Heute hat sich die Sofortbild-Fotografie als eigene Kunstrichtung unter den Fotografen entwickelt. Die ursprünglichen Polaroid-Apparate sind dabei heiß begehrt.

Doch Polaroids wirken noch aus einem anderen Grund eine magische Ausstrahlung auf nostalgische Fotografen und junge Generationen aus. Das Gefühl, eine Fotografie direkt in den Händen halten zu können und die Spannung, ob die Aufnahme etwas geworden ist, ist in Zeiten digitaler Fotografie besonders wertvoll geworden. Zudem ist jedes Polaroid-Bild ein Unikat, das nicht kopiert werden kann. Hersteller wie Fujifilm waren jedoch selbst über den Erfolg der neuen Sofortbild-Modelle überrascht. Heute erfährt das alte Prinzip von Land eine wahrhafte Renaissance, sodass Polaroids sowohl zum Partyspaß als auch zum Kunstobjekt geworden sind.